Die Taiji-Qigong-Szene in Deutschland - DTB-Info

Viele Praktizierende nutzen die sogenannte "Taiji-Qigong-Szene" als ein leicht praktikables Miteinander, um sich in ihrer sozialen Wirklichkeit zu etablieren. Zu den Motiven zählt häufig die Suche nach Geborgenheit, Gewißheit und Gemeinschaft in einer als unübersichtlich empfundenen Welt. Die auffällige Ausrichtung in Deutschland auf Kunst, Kultur, Theater und Filme geht vermutlich zurück auf Vorbilder wie New York, Taipeh oder Hongkong. In solchen Milieus gehören "Chi-Welten" und gar "Universen" zum "guten Ton".

Was diese Art Subkultur ausmacht, ist nicht das persönliche Kennen sondern vor allem die Kommunikation zwischen den Gruppenmitgliedern und den Gruppen. Solche lockeren Netzwerke können sich heutzutage mit den Sozialmedien als Forum und Podium leicht "in Szene setzen". Doch dies hat auch seine Schattenseiten: Insider wie der DTB-Dachverband warnen seit langem vor der damit einhergehenden Verflachung des Niveaus insbesondere durch Esoterik, Heilslehren und Lobby-Spin. Hier sind auch Sekten auf dem Vormarsch. Zudem sind Szene-Lehrer oft unzureichend qualifiziert. Nun haben auch die Krankenkassen "die Reißleine gezogen".

Der Qigong-Taijiquan-Verband DTB als Szene-Korrektiv

Dr. Langhoff über die Taiji-Qigong-Szene DeutschlandsEin persönliches Wort von Geschäftsführer Dr. Langhoff: Für Laien scheint es ein Widerspruch: Der Taijiquan-Qigong-Dachverband DTB bildet ein Korrektiv zur Taijiquan-Qigong-Szene? Wie das - sollte man nicht nach außen vereint und geschlossen auftreten? In diesem Fall nein, denn es geht um "Höheres", nämlich um das Ausschöpfen innerer Potenziale und das Schaffen günstiger Bedingungen für ihr Gedeihen. Dafür sind Wunschdenken, Heilserwartungen und Lobbyismus hochgradig toxisch!

Szene-Kulissen gaukeln eine harmonische Einheitlichkeit vor und tatsächlich zieht man dort an einem Strang - allerdings in völlig unterschiedliche Richtungen! Dies und viele andere Defizite geht zulasten des Teilnehmerschutzes, der Transparenz und des Lernerfolgs. Fakten und Wahrheit sind in der Szene unerheblich - was zählt sind "gefühlte Fakten", Szene-Dogmen und Loyalität.

Taoistische Künste des "Yangsheng" wie Taijiquan und Qigong, pflegen eigentlich inneres Wachstum und die freie Sicht über Begrenzungen des Ego und der Kultur hinaus. Doch Szene-Vereinigungen, Lobby-Verbände und Heilslehren haben ganz andere Interessen. Dort können sich Praktizierende in der "Szene" nur schwer innerlich weiterentwickeln - zu ungewohnt ist in solchem Milieu der doch so nötige "Blick über den Tellerrand.

Es ist zwar ein Irrtum, den DTB-Dachverband für eine Szene-Anlaufstelle zu halten. Aber andererseits ist es eine Tatsache, daß sich viele aus der Szene bei Anfragen zu Problemen nicht an ihre Szene-Verbände richten sondern direkt an den DTB-Geschäftsführer Dr. Langhoff. Mit seiner 50-jährigen Erfahrung kann er häufig unbürokatisch helfen.

Dr. Langhoff steht gern mit Rat und Tat zur Verfügung. Bereits bei der Gründung der "Qualitätsgemeinschaft Tai Chi Zentrum" 1989 trat er ein für Ideologie-Freiheit und De-Mystifizierung. Eingeschlossen waren Aufklärung über Sekten und deren Erkennbarkeit. Der promovierte Philologe blickt zurück auf eine 50-jährige Erfahrung mit deutschen und internationalen Organisationen.

DTB-Ansatz - Teilnehmende sind des Lobes voll

Eine deutliche Sprache sprechen auch hunderte von Mail-Feedbacks zu den Seminaren. Teilnehmende kommen aus dem In- und Ausland. Seminar-Leiter Dr. Langhoff hat bereits Schüler aus über 40 Ländern unterrichtet. Der Ablauf des Unterrichts ist für jedes Modul klar im Vorwege geregelt. Jeder Teilnehmende kann zwischendurch Fragen stellen, um Unverstandenes sofort zu klären.

Wer an den Wochenend-Lehrgängen und Intensiv-Wochen teilnimmt, profitiert einerseits von der ideologie-freien wissenschaftlichen Arbeitsweise und andererseits von der hervorragenden Gruppendynamik ohne jede Esoterik oder "politische Korrektheit". Dies ist neben der transparenten kontinuierlichen Lehrerfolgskontrolle und übergreifender Qualitätskontrolle wohl das prägnanteste Unterscheidungsmerkmal zur Szene. Quelle: Szene-Gruppierungen Taiji Qigong.

DTB-Beirat und DTB-Qualitätskontrolle

Die von Dr. Langhoff 1989 eingeleitete Entmystifizierung und das Primat des ideologie-freien Faktenchecks stieß zwar in Teilen der Szene auf Ablehnung, begeisterte aber vor allem die Krankenkassen, die Sportvereine und die Volkshochschulen. Hier gerieten Übungsleiter aus der Esoterik-Branche und dem Sekten-Umfeld stetig mehr ins Hintertreffen. Mit der Gründung des DTB-Dachverbandes 1996 wurde zudem ein wissenschaftlicher Beirat etabliert, der bis heute die Qualitätskontrolle des DTB und der angeschlossenen Institutionen maßgeblich flankiert. Seither sieht auch die Öffentlichkeit die Szene viel kritischer als zuvor.

DTB-Community: Kontakte und Austauschtreffen leichtgemacht

Bei der Suche nach Austausch unter Praktizierenden des Tai Chi Chuan (Taijiquan) oder Qigong ist die Beurteilung besonders für Laien oft schwer. Kontakte auf Treffen sind vielen wichtig - dies gilt besonders in der Nach-Corona-Zeit. Welt-Tai-Chi-Tage, Pushhands-Treffen, Flash-Mob-Events und zahlreiche andere Formen von Veranstaltungen versprechen Austausch unter Gleichgesinnten. Internet-Foren erleichtern Vorab-Informationen, Überblicke und problemlose Anmeldungen, um dabeizusein.

Oft kann man sich im Vorwege Einblicke verschaffen und sich Enttäuschung und Frust ersparen. Zudem bietet die bundesweite "DTB-Community" gute Gelegenheiten, sich jenseits von Szene-Kult näherzukommen. Im DTB hat sich eine "Community mit Weitblick" zusammengefunden, die seit 2000 viermal jährlich Treffen organisiert. Sie finden montags 14 Uhr bis freitags 12 Uhr statt. Themen sind Tai Chi, Qigong und Tuishou / Pushhands. Alle Events sind als Bildungsulaub anerkannt.

DTB-Qualitätssicherung für Qigong und Tai Chi (Taijiquan) in Deutschland

Der Zentralverband DTB ev setzt sich engagiert ein für Qualitätssicherung und Einheitlichkeit von Standards. Die damit einhergehende Transparenz und Vergleichbarkeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dies gilt besonders für den Bereich der Prävention / Gesundheitsbildung mit Tai Chi und Qigong. Der Verband kooperiert dabei mit anderen namhaften Institutionen der Gesundheitsbildung mit dem gemeinsamen Ziel des Teilnehmerschutzes. Qualitätssicherung im Qigong und Tai Chi (Taijiquan).

Taiji-Qigong-Szene - Krankenkassen ziehen die Notbremse

Als größter "externer Qualifizierer" hat sich der Vdek nun endlich zu einem Umdenken entschlossen: Im ZPP-Leitfaden, die Grundlage für Anerkennungen, sind alle "Fachorganisationen" der Szene gestrichen. Dies war dem DTB bereits seit längerem zugesagt worden. Die Krankenkassen rücken damit deutlich ab von den "Qi-Welten" der Szene. Dies führt unweigerlich zu einer weiteren Polarisierung der Anbieter-Landschaft .

Zudem werden künftig umfassende Kompetenzbereiche wie naturwissenschaflich-medizinische Grundlagen und eine bestandene Abschluß-Prüfung gefordert. Auch wurden grundlegende Neuerungen eingeführt für die Vergabe des Vdek-Siegels "Deutscher Standard Prävention. Anders als oft behauptet sind Prüfsiegel der Szene also keineswegs tauglich für Kassen-Zulassungen der ZPP. Wie DTB-Dokus zeigen, taten sich zahlreiche Szene-Lehrer schon immer schwer mit Pädagogik / Didaktik. Viele scheiterten bereits am Erstellen simpler Stundenbilder für ZPP-Kurse (!).

Für viele in der Szene bildet die sogenannte "Routine" eine große Hürde: Wer im Bereich Taijiquan oder Qigong eine nach den Kriterien des neuen Leitfadens gestaltete Ausbildung absolviert hat, braucht zwar keinen Grundberuf, um sich bei der ZPP zertifizieren zu lassen. Wer die Mindeststandards erfüllt, aber keinen staatlich anerkannten Berufs- oder Studienabschluss mit Bezug zu den in den Mindestanforderungen definierten fachwissenschaftlichen Kompetenzen hat, muß jedoch mindestens 200 Stunden Kursleitererfahrung nachweisen.

Die Taijiquan-Qigong-Szene - Verbände, Strukturen, Erkennbarkeit

Vorbemerkung: Hier geht es nicht um die Flut von Filmszenen über die "Übungen des TaijiQigong" wie es die Internet-Suche nach "TaijiQigong-Szene" suggerieren könnte. Solche Clips mögen zwar angschaulich sein und gut gemeint, aber der Name "Taiji" bezeichnet keine Taijiquan-Übungen. sondern die Taiji-Philosophie des Yin-Yang. Videos zu dieser Übungsreihe und ihrer Variante sind vom DTB nicht zertifiziert. Auch soll es hier nicht um Räucherstäbchen oder Porzellan-Figuren gehen - auch wenn viele die Szene damit assoziieren.

Das Thema ist vielmehr jene schwärmerisch-romantisch geprägte Community, die sich selbst gern als "Taijiquan-Qigong-Szene" bezeichnet. Sie empfindet diese Zugehörigkeit durchaus positiv. Aber Analysen des DTB-Dachverbands offenbaren die Schattenseiten. Daher paßt solche Selbst-Inszenierung eher in den Kultur-Bereich von Show und Theater - die innere Weiter-Entwicklung wird beeinträchtigt. Und tatsächlich: Viele, die in Szene- Kreisen ihre Potenziale auszuschöpfen versuchen, sind früher oder später frustriert. Die DTB-Erklärung: Man sucht den verlorenen Schlüssel nicht dort, wo man ihn verloren hat, sondern unter der Laterne, "weil es dort heller ist"! Diese falsche Strategie kann man veranschaulichen mit der "Penrose-Treppe, auf der ein Vorankommen unmöglich ist. Quelle: wikipedia.org/wiki/Penrose_stairs#/media/File:Impossible_staircase.svg.

Abgrenzung des Taijiquan-Qigong-Zentralverbandes DTB von der Szene

Der DTB-Dachverband für Tai Chi und Qigong und seine Partner-Institutionen grenzen sich von Szene-Gruppierungen ab und möchten mit ihnen nicht verwechselt werden. Eine Schwierigkeit, die die Wichtigkeit von Transparenz verdeutlicht ist, daß Szene-Vertreter zunehmend die DTB-Arbeitsweise kopieren. Sie versuchen so, ihre Reputation zu steigern und beharren doch auf ihren "Qi-Erlebniswelten". Man erkennt diese "Trittbrett-Fahrer" und "Kaper-Kapitäne" oft daran, daß sie Schlüssel-Begriffe der DTB-Methodik kombinieren mit Szene-Versprechungen, wie sie sich zeigen in Worthülsen wie "Oldschool-Unterricht", "traditionell", "authentisch" oder "klassisch". Mehr dazu weiter unten.

Für den DTB-Dachverband ist eine klare Abgrenzung besonders wichtig von Lobbyismus-Vereinigungen und Heilslehren. Dies wird durch die zunehmende Zahl von Sekten erschwert, die sich in Deutschland etablieren. Der Verband setzt auf Prägnanz und Entschiedenheit - "Szene-Beliebigkeit" sucht man in der DTB-Community vergebens, denn es geht um De-Mystifizierung. Ziele sind Transparenz und ideologie-freie Überprüfbarkeit.

Die Szene-Kapriolen erhitzen regelmäßig die Gemüter - weit über die Versammlungen ihrer Verbände hinaus. Und nun haben sich auch die Krankenkassen massiv eingeschaltet. Der DTB begrüßt diese Stellungnahme externer Qualitätskontrolle und hatte sie tatkräftig unterstützt. DDQT-Gütesiegel und andere Szene-Kennzeichnungen haben hier jeglichen Stellenwert verloren.

Das DTB-Motto der ersten Stunde "Standards statt Szene" hat unlängst einen neuen Höhepunkt an Aussagekraft errungen durch das Umdenken des Vdek, der ZPP und der Krankenkassen. Parallel dazu haben die Ausbildungsleitlinien der Taiji-Qigong-Szene ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht, weil ihre "Fach-Organisationen" aus dem ZPP-Leitfaden gestrichen wurden. Ihre Szene-Folklore wurde gemessen und für zu leicht befunden - bei der ZPP müssen sie künftig den Kriterien eines Scoring-Modells genügen, dessen Mechanismen im DTB seit Jahren Anwendung finden.

Pioniere der ersten Stunde wie F. T Lie, Dr. J. Zöller und Ch. Proksch haben den Aufbau der europäischen Taiji und Qigong Szene entscheidend beeinflußt. Viele ihrer Schüler von damals bilden heute selbst Lehrer aus. Kreativ-künstlerische Subkulturen haben sich seither überall ausgebreitet - sehr zu ungunsten der Transparenz. Die Entwicklung einheitlicher Qualität wird erschwert. Schon die historische Entwicklung im Mutterland China war über Generationen geprägt von "Geheimnissen", Mythen und Legenden. Quelle: Szene/ Subkulturen Taijiquan Qigong in Deutschland.

Es ist klar, daß solche Organisationen und ihre Lehrbeauftragten nur DTB-Mitglieder sein können, wenn ihre Ausbildungsleitlinien den hohen Anforderungen des Vdek entsprechen. DDQT-Gütesiegel und ähnliche Kennzeichen werden weder von Krankenkassen noch vom DTB anerekannt - beide Institutionen haben eigene, unabhängige Qualitätssicherungen entwickelt. Lesetipp: Taiji-Qigong-Szene in Deutschland.

Erkennbarkeit von Heilslehren und Lobbyismus

Organisationen, Schulen und Lehrende in der Szene lassen sich in Profile einordnen, die bei aller Diversität einem Grundmuster entsprechen. Immer geht es um eng-gefaßte und damit einseitige Sehweisen - oft kommt mangelndes Wissen oder schlichtes Nicht-Wissen-Wollen hinzu. Zu den Hauptkriterien gehören Heilslehren und Lobbyismus. Hierfür hat der DTB eine Checkliste und eine Video-Serie erstellt. Der DTB-Ansatz beruht auf einem modernen Scoring-Modell. Ähnlich gehen neuerdings die Krankenkassen vor. Sie haben die "Fach-Organisationen" allesamt aus dem ZPP-Leitfaden gestrichen und damit als "externer Qualitätssicherer" für mehr Transparenz und Erkennbarkeit gesorgt.

Neuer Frust in der Taiji-Qigong-Szene - ein Beispiel

Menschen, die sich in Gemeinschaften engagieren, glauben oft an Kooperationen und Teamwork - bis sie dann frustriert und desillusioniert das Handtuch werfen und sich zielgerichteren Tätigkeitsbereichen zuwenden. Eine von ihnen ist Angela Menzel, Lehrerin für Tai Chi und Wushu in Göttingen. Sie kennt sich gut aus in der "Szene-Vertretung" DDQT, denn sie hat von 1999 bis zu seiner Gründung 2003, den Werdegang des Lobby-Verbandes begleitet. Und danach war sie von 2005 an im Vorstand ehrenamtlich tätig. Zuletzt über 5 Jahre als 1. Vorsitzende.

Freimütig und enttäuscht thematisiert sie nach ihrem fristlosen Ausscheiden selbst "persönliche Charakterschwächen" ihrer Kollegen. Für den DTB-Dachverband kommt ihre Kritik nicht überraschend; eine Fülle ähnlicher Vorfälle, Aktionen und denkwürdiger Begebenheiten hat der DTB ja seit Bestehen des DDQT und anderer Szene-Vereinigungen immer wieder behandelt.

Angela sagt: "Diese Zeit war anstrengend und ausgeprochen lehrreich. Insbesondere hat sie sehr nachhaltig aufgeräumt mit jeglicher Art von Vorurteil, Hoffnung und Vorschußlohrbeeren gegenüber der Menschen, die in der Nische Taiji/Qigong Lehrender/Ausbildender sich nicht nur mit ihren Stärken sondern vor allem mit ihren persönlichen Charakterschwächen ausbreiten. Vorzugsweise gegen Kolleg*innen. Ich habe meine Mitgliedschaft in o.g. Verband 2020 fristlos aufgekündigt." Quelle: http://tai-chi-schule-goettingen.de/links/.

Angela Menzel war wie auch Nils Klug Mitglied der Medien-AG des DDQT. Ihre Unterstützung des DDQT währte also von 1999 bis 2020. Wenn also ein DDQT-Insider nach 20 Jahren zu obiger Bilanz kommt, so ist dies höchst aufschlußreich und sicher kein gutes Omen für die Szene. Siehe auch DTB-Info hier: Qigong-Tai-Chi-Ausbildung Göttingen und Qigong Tai Chi Ausbildung Göttingen PLZ 3.

Was ist die Taijiquan-Qigong-Szene?

Eine Szene bildet sich typischerweise als ein soziales Netzwerk, das durch gemeinschaftliche Interessen, Überzeugungen oder Vorlieben mehr sein kann als die Summe seiner Teile. Ein Großteil der Praktizierenden des Taijiquan und Qigong haben durchweg viel gemeinsam - zudem betreibt man Übesysteme, die gleichen oder ähnlichen Prinzipien folgen. Statt von einer "Taijiquan-Szene" und einer "Qigong-Szene" zu sprechen, kann man sie zusammenfassen zu einer Taiji-Qigong-Szene.

Solche Communities bieten das, was viele wünschen: Vielseitige Kontakte, lebendigen Austausch und ein umfassendes Repertoire von Weiterbildungen. Aber es offenbaren sich bei genauerem Hinschauen auch grundlegende Unterschiede in den Weltbildern und Anschauungen, die bis in den Sekten-Bereich gehen. Daher sollte man nicht von EINER Szene sprechen und damit eine nicht existierene Einheit suggerieren.

Insbesondere moderne Multimedia-Formate erweisen: Die Szene-Protagonisten schöpfen aus einem großen Reservoir von Praktizierenden, die schwärmen für den Nimbus von magischen, quasi übermenschlichen Fähigkeiten. Ihr Streben, Mitglied in einer ausgezeichneten "Insider-Gruppe" zu sein, ist menschlich verständlich - aber macht es auch Sinn? Der DTB rät davon ab. Ein großer Teil der Lehrenden in Deutschland ist vom DTB-Dachverband nicht anerkannt. Dazu zählen Lobbyismus-Vereinigungen und Heilslehren.

Denn Vorsicht ist geboten: Hinter den Kulissen steht häufig traditionell östliche Folklore, die nicht immer Fiktionen von Fakten trennen. Ein Grund: Chinesische Übesysteme aus den Bereichen Meditation, Kampfkunst und Gesundheitsförderung sind traditionell geprägt von Esoterik und Geheimnissen. Letzlich geht es bei dieser "Beliebigkeit" fast immer um "Kult" und "Quasi-Religiosität / Sekten". Wer solchermaßen "zur höchsten Wahrheit" gelangt ist, tut sich erfahrungsgemäß schwer mit Argumenten.

Häufig ist in solchen Communities die Rede von Legenden, Tempeln und geheimen Praktiken daoistischer Mönche und Einsiedlern - man denke nur an den Wuxia-Bereich, das "Wudang-Qigong" oder das Wudang-Taiji". Phantasievolle Gewänder und Rituale tun ihr übriges, um den exotischen Mantras ihrer Wortführer den richtigen "Spin" zu geben. Etwas überspitzt könnte man sagen: Je klösterlicher und abstruser das Gehabe des Lehrers, desto besser kommt er bei seinen Schülern an. All dies ist m. E. ein Unding in der westlichen Erwachsenenbildung!

Zudem können Loyalität und Wude-Moralkodex chinesischer Familien-Clans die freie innere Positionierung beeinträchtigen. Einheitliche Standards sucht man hier vergebens. Kurz gesagt geht es typischerweise nicht um Wissen-Wollen sondern um Glauben-Müssen. Allen, die sich von Magie und Übersinnlichem angezogen fühlen, sollte klar sein, daß sich so keine innerlich gefestigten Persönlichkeiten im westlichen Sinne entwickeln können. Potenziale liegen brach und die Entwicklung stoppt - obwohl doch gerade das Wachstum das Ziel sein sollte.

Immer mehr selbsternannte "Spin-Doktoren" melden sich zu Wort und propagieren "gefühlte Fakten". Damit verbunden ist das Ziel vieler, dass die Taijiquan-Qigong-Szene bei aller Unterschiedlichkeit möglichst gemeinschaftlich nach außen auftritt. Aber die innewohnende Unschlüssigkeit vieler Praktizierender und ihrer Protagonisten befördert auch hier eine "Schwarm-Intelligenz" - besonders deutlich in den Socialmedia-Filterblasen. Mehr dazu: Taijiquan-Qigong-Szene in Deutschland.

Szene-Versprechungen für "Oldschool-Unterricht": "Traditionell", "authentisch" und "klassisch"

Das traditionelle Training chinesischer Übe-Systeme im Familienverbund bildete früher über die Generationen der Familien-Dynastien eine "Meister-Schmiede", die es so heute nicht mehr gibt. Doch die Sehnsucht nach "überliefertem Geheimnissen" ist ungebrochen. Es steht in dem Ruf, übernatürliche Fähigkeiten zu entwickeln und steht in engem Zusammenhang mit dem Nimbus von Unsterblichkeit und Unbesiegbarkeit. "Authentische Meister" aus China und "Klassisches Taiji-Qigong" stehen hoch im Kurs - und nur wenige Kritische bemühen sich um den doch so notwendigen Blick hinter die Kulissen.

Bezeichnungen wie "Authentisch" und "klassisch" haben bei Praktizierenden des Taijiquan und Qigong eine große Anziehungskraft - besonders bei Schulen, die "traditionelle Ausbildungen" anbbieten. Solche Termini klingen gut, denn sie sind ja Ausdruck von Echtheit, Wahrhaftigkeit und Bewährtheit. Doch die Naivität wird schnell klar angesichts der weitverbreiteten Vagheit und Beliebigkeit. Vielfach fehlt bei solchen Lehrenden auch das Wissen, wofür diese Etiketten eigentlich stehen. Heutzutage sind es leere Worthülsen. Solche "Oldschool-Versprechungen" sollen Autorität, Vertrauenswürdigkeit, Meisterschaft und "Unantastbarkeit" signalisieren. Doch die Voraussetzungen sind in den eng-gefaßten Szene-Welten nicht gegeben.

Das Mißverständnis von Klassik, Authentizität & Co in der Szene liegt in den Details. In Anlehnung an das taoistische Schlüsselwort "Wei-Wuwei (Handeln-Nichthandeln") sieht man nicht selten die Lösung in Beliebigkeit und Esoterik-Folklore. Das Bedürfnis nach Authentizität ist ausgeprägt. Klar, denn authentisch zu wirken, ist ja der Schlüssel zum Erfolg in Theater und Schauspiel. Wenn hier Rollen als "gestellt" wirken, ist die Illusion natürlich dahin. Die Wunsch-Welten müssen realistisch wirken, obwohl sie es nicht sind.

Öffentlichkeitsarbeit in der Szene - Fakes auf dem Vormarsch

Einblicke in die Szene geben u. a.  unterschiedlichste Portale,Foren, Newsletter, Journale und sogenannte "Fachzeitschriften". Die Bandbreite mit vielfältigsten Themen reicht von Unsterblichkeit bis Unbesiegbarkeit. Schnell erkennt auch der Laie: In dieser "Taiji-Qigong-Regenbogenpresse" haben Wunschdenken, gefühlte Fakten und Illusionen Hochkultur - und wer Vorbehalte äußert, ist häufig unerwünscht und schnell "draußen". Auch die modernen Sozialmedien sind hier Kult und verbreiten Szene-Botschaften in Windeseile rund um den Globus - unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt.

Solche "Fachzeitschriften" für Praktizierende des Taijiquan und Qigong zielen insbesondere Menschen, die sich weiterbilden möchten. In der Szene hat hier der doch so nötige ideologie-freie Faktencheck kaum Platz. Zudem beziehen solche Publikationen zunehmend auch Rand-Bereiche ein, deren Seriosität zweifelhaft erscheint. Man fragt sich, warum so etwas überhaupt verbreitet wird. Auch hier gilt: Man sollte man nicht alles glauben, was man zu lesen bekommt. Siehe die Abgrenzung zu Nils Klug, Tai Chi Studio Hannover.

Die "Qi-Energie" zu meistern und praktisch einzusetzen macht die Kompetenz sogenannter "Qi-Meister" aus. Es ist jedoch nicht leicht, solche Fähigkeiten unvoreingenommen und wiederholbar-wissenschaftlich zu überprüfen. Dies ist eine große Verlockung für unseriöse Vertreter von Heilslehren, die mit unhaltbaren Versprechungen auf Kundenfang gehen. Besonders in China ist in weiten Teilen der Bevölkerung der Respekt vor Kungfu-Meistern groß - und ebenso groß ist dann die Bereitschaft, an Übersinnliches zu glauben.

Fakes und fragwürdige Demos schießen daher so ins Kraut, daß das Ansehen nun an Strahlkraft einbüßt. Die staatlich geführte "Chinese Wushu Association" sah sich kürzlich nach langem Zögern zum energischen Handeln gezwungen, um den eklatanten Vertrauensverlust zu stoppen. Sie hat kürzlich die Führung bestimmter Meister-Titel kurzerhand verboten.

So haben Scharlatane oft leichtes Spiel und angesichts der neuerlichen Betrügereien und Tricksereien sogenannter "Taiji-Qigong-Meister" in China hatte der DTB-Dachverband nachdrücklich auf die Mängel und Defizite in der Taijiquan-Qigong-Szene hingewiesen. Solche "Berufsbilder" sind mit westlicher Erwachsenenbildung unvereinbar.

 Kommerz und Szene

Unübersehbar ist in Szene-Gruppierungen die Kommerzialisierung - oft in Verbindung mit Lobby-Tum. Taijiquan und Qigong als "Handelsware" haben auch im Mutterland China eine lange Geschichte. Zudem gab es schon immer eine "Grauzone", denn natürlich galt es, den Lehrer für die Unterweisung zu honorieren. Aber heute steht der Aspekt des Geldverdienens bei einem Großteil der Lehrer im Vordergrund und es gilt allerorten, sich von den Mitbewerbern abzusetzen - wenn nicht mit Fachkompetenz, so vielleicht mit Hypes und "Qi-Brimborium".

Oft gehen die chinesischen Meister mit guten Beispiel voran - und ihre westlichen Schüler lernen schnell. Hier sind der Kreativität, "die Braut hübsch zu machen" keine Grenzen gesetzt. So wird beispielsweise oft geworben mit dem Begriff "Traditionell". Durchweg muß dies als Irreführung gelten, denn die Kriterien sind beliebig und ein "TÜV" fehlt bekanntlich.

Die Szene schlägt erstaunliche Kapriolen: Man denke nur an chinesische Tuishou-Meister und ihr Narrativ von angeblicher Unbesiegbarkeit, das in Duellen schon in den ersten Sekunden wie eine Seifenblase zerplatzt: Freies Pushhands. Quelle: Taiji-Qigong-Szene Deutschland.

Die Zersplitterung der Taiji-Qigong-Szene

Insider wissen: Szenen sind Gebilde, die von außen betrachtet klare Strukturen aufweisen, von innen betrachtet herrscht jedoch oft Unklarheit über die eigene Position in der jeweiligen Gruppe. Der oft beschworene Zusammenhalt aller Praktizierender des Tai Chi Chuan (Taijiquan) und Qigong ist bloßes Wunschdenken von "interessierter Seite". Und das hat sein Gutes: Sonst wären Heilslehren, Lobbyisten und Scharlatane die Nutznießer - und für den Verbraucherschutz wäre ein solches Szenario ein Desaster.

Im Laufe der Zeit kam es immer wieder zu Spaltungen in der Community - mit zunehmender Tendenz zum "Lagerdenken". Die divergierenden Interessen driften immer weiter auseinander. Der vorläufige Höhepunkt bildet das unterschiedliche Umgehen mit den neuen Kassen-Standards.

Lesetipp: DTB-Dachverband zu Verbänden, Gruppierungen und Communities in Deutschland

Dr. Langhoff über Tai-Chi-Qigong-Verbände in DeutschlandWer sich zum Thema Tai-Chi-Qigong-Organisationen äußert, möchte üblicherweise eine Lanze brechen für seinen eigenen Standpunkt. So auch Dr. Langhoff. Der auf seinem Feld einschlägig ausgewiesene und bekannte Fachmann ist als Geschäftsführer des Tai-Chi-Qigong-Dachverbands DTB bestens vertraut mit dem Verbandswesen hierzulande. Er kritisiert recht freimütig all die Mißstände, die woanders oft tabuisiert oder verharmlost werden. Der passionierte Forscher polarisiert die "Taiji-Qigong-Szene" mit seinen Publikatiionen seit langem. Auf nationaler wie auf internationaler Ebene zeigt der promovierte Philologe die Mängel und Defizite von Vereinigungen auf. Dabei kommen ihm seine Sprachkenntnisse und sein wissenschaftlich-ganzheitlicher Ansatz gut zustatten. Dem von ihm mitgegründeten Dt. Taichi-Bund - Dachverband für Taichi und Qigong e. V. (DTB) sind im Laufe der Zeit weitere Organisationen beigetreten. Sie alle vereint die Ablehnung von "politischer Korrektheit" wie man sie in Lobby-Verbänden und Glaubensgruppierungen der Eso-Szene findet. Der DTB ist als Korrektiv zu diesen Fehlentwicklungen der geeignete Ansprechpartner für alle, die sich damit nicht abfinden wollen. De facto gibt es somit in der bundesdeutschen "Verbände-Szene" neben dem DTB-Netzwerk noch zwei unterschiedliche Lager: Lobby-Vereinigungen wie der DDQT verzichten auf Unvoreingenommenheit und Gemeinschaften der "Neuen Religion" beanspruchen Deutungshoheit. Für beide kommt Dr. Langhoff zu dem Fazit: Diese "Verbände-Szene" ist blind für wesentliche Fakten; insbesondere deshalb ist  sie selber Teil des Problems und nicht, wie sie behauptet, Teil der Lösung! Manche der bekanntesten verzeichnen Mitglieder-Austritte u. a. von Gründungsmitgliedern.